Die Billafinger Narrengesellschaft stellt sich vor

 

Zur Pflege alten, schon bald in Vergessenheit geratenen Brauchtums, fanden sich im Jahr 1958 ca. 25 Bürger von Billafingen zu einer ersten Zusammenkunft ein. Das Hauptziel des Treffens war der Wunsch die alten Bräuche und Sitten in den Tagen der Fasnet wieder aufleben zu lassen. In loser Form fand dann die Gründung einer Gesellschaft ohne Statuten statt, die sich bis heute ständig weiterentwickelt hat.

Hierbei konnte an eine alte Tradition angeknüpft werden, denn bereits um die Jahrhun-dertwende bestand in Billafingen schon eine Narrengesellschaft. Bedingt durch den ersten Weltkrieg und die wirtschaftlich schlechten Nachkriegsjahre ergab sich zwangsläufig eine längere Pause. Erst im Jahr 1927 wurde durch die Abhaltung der öffentlichen Fasnachts-veranstaltungen wieder gesetzlich erlaubt. Noch heute können sich die älteren Bürger von Billafingen erinnern, daß es hier volksfestartige Jahrmärkte mit allerlei Vergnügungs-möglichlichkeiten und spaßigen Begebenheiten, z.B. Jungfernbrunnen, Karusselle und dergleichen gab. Ebenfalls fanden dann wieder Hemdklonkerumzüge, sowie das Narren-baumsetzen mit Fasnetsverkündigung am sogenannten “Schmotzigen Dunschtig” statt. Da es aus der Zeit zwischen den Kriegen und nach dem zweiten Weltkrieg keinerlei oder nur sehr spärliche Berichte gibt, muß der Hinweis auf die Erwähnung der Billafinger Fasnet im Billafinger Heimatbuch und auf ein Exemplar einer Narrenzeitung aus dem Jahr 1922 genügen.


Bereits wenige Jahre nach der Neugründung der Narrengesellschaft Billafingen wurde das Programm durch die sogenannten "Bunten Abende" erweitert. Diese werden seit 1969 im zweijährigen Turnus durchgeführt. Hier bringen Billafinger Närrinnen und Narren das Dorfgeschehen humorvoll und närrisch in die Bütt und auf die Bühne. Im Jahr 1977 wurden in der Narrengesellschaft die Zimmermannsgilde und die Einhorngruppe gegründet. Mit diesen beiden Gruppen wurde nun verstärkt auch die Straßenfasnet ein Teil der Billafinger Fasnetsveranstaltungen. Mit der Zimmermannsgilde, begleitet mit einem großem Schaukelwagen und der Einhorngruppe, damals noch "Blauhäs" genannt, wurden in näherer und weiterer Umgebung viele Fasnachtsumzüge besucht.

 

 Seit 1981 gibt es neben dem Blauhäs in der Einhorngruppe auch die sogenannte Einhornmaske.
Diese aus Lindenholz geschnitzte Maske entspringt dem Billafinger Dorfwappen das als Wappentier das "Einhorn" trägt. Das "Einhorn" ist auch das Wappentier der ehemaligen Lehnsherrn von Billafingen, der Familie Roth von Schreckenstein.

Zurzeit besteht die Narrengesellschaft Billafingen aus folgenden Gruppierungen:
- Vorstandschaft, Narrenpolizist, Narreneltern und Elferrat.
- „Einhorngruppe“ mit ca. 40 Maskenträgern und die “Blauhäser”, welche heute weitge-hend von Frauen, Kindern und Jugendlichen getragen werden. Unter ihnen befinden sich auch einige „Schneller“. Seit 2007 gibt es auch ein Einhornhäs für Kleinkinder.
- Zimmermannsgilde
                                 - sowie aus gelegentlichen Wagengruppen

 Mit diesen Gruppen werden Umzüge im näheren Bereich des Bodensees besucht, aber auch Freiburg, Schutterwald bei Offenburg, Frauenfeld in der Schweiz und Isny im Allgäu waren schon Stationen:
Die Einhorngruppe und Zimmermannsgilde feierten im Jahr 1992 das 15-jährige Jubiläum.Seit dem 01. Mai 1993 wird von der Zimmermannsgilde jährlich am Vorabend des ersten Maifeiertages ein stattlicher Maibaum, geschmückt mit den örtlichen Handwerkerwappen, aufgestellt und im Laufe des Frühherbst wieder umgelegt.

Die eigentliche Dorfasnet ist seit 1927 im Wesentlichen unverändert. Der Schmotzige Dunschtig beginnt am frühen Morgen mit dem Wecken durch die Dorfjugend. Dies wird als Katzenmusik bezeichnet. Gegen 9.00 Uhr wird durch die Traditionsfiguren Narrenelternpaar und Narrenpolizist die Fasnet verkündet. Dabei wird mit einer alten Kutsche – der so genannten „Schese“ – durchs Dorf gefahren: Anschließend werden die Kindergartenkinder aus der Hand ihrer Betreuerinnen befreit. Die Billafinger Schule wurde bereits in den 70er Jahren in den Hauptort Owingen verlegt. Traditionell ist auch schon das Kesselfleischessen in der Neuen Gerbe Billafingen, welches Mitte der siebziger Jahre seinen Anfang hatte. Über die Mittagszeit finden dann Programmpunkte wie “Absetzung des Ortsvorstehers”, “Narrenelternhochzeiten”, “Tanzaufführungen” und sonstige Darbietungen statt. 

 

Nach ausgiebigem Narrentreiben erscheint am frühen Nachmittag der Narrenbaum im Dorf. Die Zimmermannsgilde hat diesen vorbereitet und geschmückt. Nach dem Umzug mit dem Narrenbaum durchs ganze Dorf wird dieser beim Rathaus aufgestellt und grüßt als “Stammbaum aller Narren” für eine Woche Mäschkerle und Durchreisende.

Bis 2004 am Abend des Schmotzigen Dunschtig, seither am Abend des Fasnetfreitag findet der traditionelle Hemdglonkerumzug mit dem anschließenden Hemdglonkerball statt. Mit zum Fasnetsprogramm gehört der Kinderball am Fasnetdienstag. An diesem wird auch um 17.00 Uhr der Narrenbaum von der Zimmermannsgilde gefällt. Beim Kehrausball am Dienstagabend werden bei einer großen Tombola der Narrenbaum und weitere 100 bis 150 Preise verlost. Traditionell ist auch die Fasnetsbeerdigung um Punkt Mitternacht, wobei unter lautem Geweine die großen Fürbitten vorgetragen werden und anschließend alle das Weihwasser in Form eines Obstwassers von der Narrengesellschaft erhalten.

 

1981 wurde aus der immer noch losen „Narrengesellschaft Billafingen“ ein ins Vereinsregister eingetragener Verein. Dies war notwendig um den inzwischen bestehenden versicherungsrechtlichen Ansprüchen zu genügen. Am 02.02.1985 wurde die „Narrengesellschaft Billafingen e.V.“ offiziell als Mitglied in die „Narrenvereinigung-Hegau-Bodensee“ aufgenommen und gehört dieser Organisation seitdem an.

Am 11.11.1992 wurde nach langjähriger Bauzeit die Zunftstube der Narrengesellschaft im Rathausspeicher eingeweiht. Die in Eigenarbeit ausgebauten Räume sind nun das Domi-zil und gleichzeitig das Schmuckstück der Narrengesellschaft.
1997 wurde für das vierköpfige Präsidium ein neues Häs geschaffen, und später auch für weitere Elferräte angeschafft. Erstmals vorgestellt wurde das Häs am 24. Januar 1998 beim „Bunten Abend 1998“ im Rathaussaal Billafingen. Nach der Einweihung der „Neuen Gerbe“ am 12.01.2002 steht nun der Narrengesellschaft ein gutes Raumangebot für die närrischen Veranstaltungen zur Verfügung. Bereits eine Woche nach der Einweihung am 18.01.2002 wurde der erste Bunte Abend in der „Neuen Gerbe aufgeführt.

Im Jahr 2003 feierte man folgendes Jubiläum: 45 Jahre Narrengesellschaft Billafingen 1958 - 2003, 25 Jahre Einhornzunft und Zimmermannsgilde 1978 – 2003. Aus diesem Anlass wurde am Sa. 22.02. und So. 23.02.2003 erstmals in Billafingen ein kleines Narrentreffen veranstaltet. Gefeiert wurde in 7 Besenwirtschaften und in der „Neuen Gerbe“. Beim Jubiläumsumzug am Sonntag beteiligten sich 16 Zünfte der Umgebung. Bei herrlichem Wetter erlebte man ein unvergessliches Narrenfest.

Neben den Aktivitäten rund um das fasnachtliche Geschehen trägt die Narrengesellschaft auch durch andere Veranstaltungen im Laufe eines Jahres positiv zum Dorfgeschehen bei:
Das im Juli ausgetragene und zur Tradition gewordene Gartenfest unter Obstbäumen wird im jährlichen Wechsel vom örtlichen Sportverein und der Narrengesellschaft Billafingen organisiert. Ein Tanz mit Band am Samstagabend sowie ein Frühschoppen mit Musikkapelle am darauffolgenden Sonntag ziehen neben der Bevölkerung aus Billafingen auch viele Begeisterte aus den umliegenden Gemeinden an.
Die sogenannte „Nacht unter freiem Himmel“ ist mittlerweile zu einem Renner der jährlich durch die Gemeinde Owingen veranstalteten Ferienspiele für Kinder und Jugendliche geworden. Für 35 bis 40 Kinder bietet sich dadurch im Sommer die Möglichkeit auf der Gemarkung Billafingen eine Nacht in einem von der Narrengesellschaft organisierten Zeltlager zu verbringen. Unter anderem durch die spannende Nachtwanderung mit dazugehörender Schatzsuche wird dieses Ereignis zu einem unvergesslichen Erlebnis für den Nachwuchs.

 

Ehrenmitglieder:

Am 12. April 2017 wurde Frau Emma Lenz zum Ehrenmitglied der Narrengesellschaft Billafingen ernannt.

Text der Ehrenurkunde: In Anerkennung der langjährigen, treuen Mitgliedschaft und der Verdienste um den Verein wird Frau Emmal Lenz zum Ehrenmitglied ernannt. Im Namen des Elferrates und des Präsidiums der Narrengesellschaft Billafingen e.V. die Präsidenden Marin Bartsch und Martin Lorenz

 

Am 11. November 2018 wurde Herr Anton Rothmund zum Ehrenmitglied der Narrengesellschaft Billafingen ernannt.

Text der Ehrenurkunde: In Anerkennung der langjährigen, treuen Mitgliedschaft und der Verdienste um den Verein wird Herr Anton Rothmund zum Ehrenmitglied ernannt. Im Namen des Elferrates und des Präsidiums der Narrengesellschaft Billafingen e.V. die Präsidenden Marin Bartsch und Martin Lorenz

 


Der Narrenruf ist das traditionelle "NARRI-NARRO" der Umgebung des Bodensees.


Mit närrischen Grüßen

Narrengesellschaft Billafingen e.V.

 

 
Gründung der Narrengesellschaft Billafingen 1958
Bilder der Seiten aus unserem Narrenbuch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seite 2 mit dem Bericht der Gründungsversammlung 1958...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Seite 3 mit den Namen der Gründungsmitglieder 1958...

 

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